Archiv für März 2009

Gegen deutschen Opfermythos auch in Chemnitz

Euer Frieden kotzt uns an

Erstmals wurde in diesem Jahr am 05. März die geschichtsrevisionistische Gedenkpolitik der Chemnitzer Zivilgesellschaft anlässlich der Bombardierung der Stadt vor 64 Jahren erfolgreich gestört. Dem deutschen Opfermythos wurde durch das Autonome HistorikerInnen Kollektiv (AHK) inhaltlich offensiv entgegengetreten, was zu erheblicher Aufruhr im InitiatorInnenkreis des „Chemnitzer Friedenstages“ führte. (mehr…)

Café K. | 24.03 | ab 15:00 | Was ist falsch am Extremismusbegriff?

Aufgrund eines Terminkonfliktes findet das Café K. in diesem Monat eine Woche später statt, also am 24.03.2009. Ab 15:00 wird das Café, wie gewohnt, in der Reitbahnstrasse 84 geöffnet sein, ab 19:00 wird dann der Vortrag stattfinden.

Was ist falsch am Extremismusbegriff?

„Die Initiative gegen jeden Extremismusbegriff ruft das Ende des Extremismus aus.“ Antrieb ist ihnen dabei „nicht die Angst, in die Schmuddelecke »linksextrem« gestellt zu werden“, sondern das Ziel, den „Extremismusbegriff in der wissenschaftlichen und in der politischen Praxis ganz über Bord zu werfen.“ (mehr…)

Pressemitteilung zum zweifelhaften Polizeieinsatz am 5.3.

Pressemitteilung der Antifaschistischen Aktion Chemnitz [AAK] zum Polizeieinsatz am 5.3 in Chemnitz-Bernsdorf.

Erfolgreiche Störung der Nazidemonstration am 5.3 in Chemnitz-Bernsdorf. Proteste wurden von unverhältnismäßigen Maßnahmen der Polizei überschattet. Ein kritisches Hinterfragen von Polizeieinsätzen in der Öffentlichkeit scheint nötiger denn je. (mehr…)

Kollektives Vergessen statt Erinnern

Pressemitteilung der Antifaschistischen Aktion Chemnitz/AAK zu den Gedenkveranstaltungen anlässlich der Bombardierung von Chemnitz im zweiten Weltkrieg. Wir verweisen in diesem Kontext auf den Text des Autonomen HistorikerInnen-Kollektivs „Kritik am „Chemnitzer Friedenstag“ und dessen Gedenkpolitik anlässlich der Bombardierung von Chemnitz 1945“ .

Kollektives Vergessen statt Erinnern

Jedes Jahr finden Gedenkveranstaltungen anlässlich der Bombardierung deutscher Städte im zweiten Weltkrieg statt. In Chemnitz findet zu diesem Thema am 5.3 zum wiederholte Male der „Chemnitzer Friedenstag“, eine Kranzniederlegung am städtischen Friedhof und andere Veranstaltungen statt. Diese Veranstaltungen verharmlosen die Mittäterschaft der deutschen Bevölkerung an den Verbrechen des NS-Regimes und führen eine Umwandlung von deutschen TäterInnen zu Opfern durch. Die Verdrehung und Außerachtlassung von geschichtlichen Tatsachen muss beendet werden und eine detaillierte Ursachenforschung stattfinden, die die Gründe der Bombardierung deutscher Städte – im Besonderen von Chemnitz – klärt. (mehr…)

Infos und Anlaufpunkte zum 5.3.

Es finden wieder merkwürdige Ereignisse zum Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz statt und Nazihorden marschieren durch die Stadt. Allen Menschen die sich an diesem Tag informieren und/oder zurückziehen möchten bietet die Reitbahnstraße 84 ab 16:00 eine zentrale Anlaufstelle. Es sei an dieser Stelle auf den Artikel der Reitbahnstraße 84 „Naziaufmarsch“ hingewiesen.
Ab 19:00 Uhr findet eine Veranstaltung mit Antonia Schmid statt: „Dissolution: Wie mediale Erinnerungspolitik Geschichte in Bilder auflöst“. Und es wird – wie jeden Donnerstag – eine Vokü geben.

Kritik am „Chemnitzer Friedenstag“ und dessen Gedenkpolitik anlässlich der Bombardierung von Chemnitz 1945

Anlässlich der jährlichen stattfindenden Gedenkveranstaltungen zur Bombardierung Chemnitz im zweiten Weltkrieg hat sich das Autonome HistorikerInnen Kollektiv gebildet um sich mit der existierenden Gedenkpolitik zu befassen. Wir verweisen hierzu auf die Veranstaltung am 5.3. um 19:00 in der Reitbahnstrasse 84 „Dissolution: Wie mediale Erinnerungspolitik Geschichte in Bilder auflöst.“, die sich näher mit dem medialen deutschen Opferkult beschäftigt. Es folgt nur der Text des HistorikerInnen Kollektivs:

Ausgeblendete Realität

Es ist ein eigenartiges Phänomen, wie in Deutschland Städte ihre Bombardierung gegen Ende des Zweiten Weltkrieges entdecken und diese zum Anlass nehmen, endlich „deutschen Opfern“ zu gedenken. In den letzten Jahren erreichten revisionistische und revanchistische Forderungen, gestützt auf das Vorrücken der NPD in die Länderparlamente, ein immer größeres Publikum. Jedoch war der Eklat im sächsischen Landtag 2005 rund um die Rede des NPD Abgeordneten Jürgen W. Gansel zu den Luftangriffen auf Nazideutschland und im speziellen auf Dresden, in der er die alliierten Angriffe „Bombenholocaust“1 nennt, nicht der Startschuss zu einer Umdeutung der deutschen Geschichte, einer Relativierung des Holocausts und der Aufhebung der Täter – Opfer Beziehung zwischen nationalsozialistischem Deutschland und Alliierten. (mehr…)

5.3 | 19:00 | Reba84 | Dissolution: Wie mediale Erinnerungspolitik Geschichte in Bilder auflöst.

Vortrag und Diskussion mit Antonia Schmid, Wuppertal

Entgegen den offiziellen, hoch ritualisierten Gedenkveranstaltungen werden in Deutschland heute vor allem die “eigenen”, will heißen nicht-jüdischen Opfer erinnert. Im kollektiven Gedächtnis ist die Shoah ebenso wie deren vermeintlich alleinige Urheber, “die Nazis”, vom einfachen, normalen Deutschen abgespalten, die so in der Opferrolle imaginiert werden können. Seit 1989 wird deutsches Opfertum verstärkt populärkulturell thematisiert. Die Wirkung solcher nationalen Selbstbilder auf Geschichtsbewusstsein wird im Vortrag herausgearbeitet und problematisiert. Anhand zahlreicher Filmbeispiele wird gezeigt, wie diese Selbstviktimisierung medial umgesetzt wird und welche filmischen Strategien die aktuellen Tendenzen in der Erinnerungskultur unterstützen.

Antonia Schmid hat in Göttingen erst Medizin, dann Medien- und Kommunikationswissenschaft, Geschlechterforschung und Soziologie studiert und ihre Magisterarbeit über „Aktuellen deutschen Film im Kontext des Neuen Antisemitismus“ geschrieben. Sie publiziert in der Zeitschrift PHASE 2 und schreibt für das webzine beatpunk.




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