Archiv für Juli 2009

Grimma: Über zwei Wochen Protest in der Kirche gehen zu ende

Pressemitteilung der kritisch intervenierenden Antirassisten_innen

Grimma: Über zwei Wochen Protest in der Kirche gehen zu ende – Dokumentation, Analyse, Erlebnisberichte

Rückblick – Rassismus und Staat siegen:
Am 23. Juni 2009 entschlossen sich 4 Asylbewerberfamilien aus dem Asylbewerberheim Bahren bei Grimma in die Grimmaer Frauenkirche zu gehen. Mit dem Umzug in die Kirche sahen die Familien den letzten Ausweg um gegen die zum Teil menschenunwürdigen Heimunterbringungen zu protestieren. Die Zustände im Asylbewerberheim können sie nicht mehr ertragen, sie fordern eine dezentrale Unterbringung in privaten Wohnungen. Die 18 Migrannt_innen, darunter 10 Kinder wollten solange ausharren bis ihre Forderung erfüllt werde. Sie nahmen dafür einen unbeheizten Kirchenraum, harte und schmale Kirchenbänke, Verzicht auf warmes Essen und Dusche, böse Blicke, fremdenfeindliche Parolen und die ständige Angst eines Angriffs in Kauf. Die Belastung der Familien und besonders der Kinder war hoch, da sie von zivilgesellschaftlicher Seite fast keine Unterstützung erfahren haben.
Nachdem die Lokalpresse die miserablen Zustände im Heim und die Forderungen der Menschen verharmloste sowie die Migrannt_innen kriminalisierte, wurde die ohnehin geringe Unterstützung der Asylbewerber_innen stetig geringer. Selbst die Grimmaer Kirchgemeinde wollte die Familien so schnell wie möglich aus ihrer Kirche haben: „Man habe denen deutlich zu verstehen gegeben, dass die Anwesenheit in der Kirche nicht länger erwünscht sei“(1). Nur wenige Einzelpersonen stellten sich dem entgegen. Nachdem auch noch die NPD und die Nazigruppierung „Freies Netz“ rassistische Hetze betrieben und die Räumung der Kirche forderten, wurde die Unterstützung fast vollständig eingestellt.
Zusammenfassend konnte mensch feststellen, dass die Asylbewerber_innen als eigentliches Problem wahrgenommen wurden und nicht die Zustände im Asylbewerberheim Bahren, wie sie in vielen sächsischen Asylbewerberheimen existieren. Opfer wurden zu Tätern stilisiert.
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Können wir doch nix dafür, wenn was zu Bruch geht!?

Am 11.07.09 jährt sich das rechtsradikale Musikfestival „Rock fuer Deutschland“ zum sechsten mal. Unter dem diesjährigen Motto „Hier bleiben – Anpacken“ versuchen Nazis und Rassisten unterschiedlicher Strukturen ihrem lebensfeindlichen Weltbild eine Plattform zu geben und gleichzeitig den Wahlkampf der NPD finanziell zu unterstützen. Dieses Jahr sind u.a. als Redner Udo Voigt und als Hauptact „Die Lunikoff Verschwörung“ geplant. Bis zu 1000 Neonazis nutzen in den letzten Jahren die Gelegenheiten auf dem zweitgrößten Nazi-Fest, nach dem Fest der Völker, um Hass und Xenophobie zu huldigen. Gleichzeitig versuchen sie insbesondere seit den letzten Wochen mit einer sich immer weiter zuspitzenden Gewaltspirale Angst und Schrecken zu verbreiten und sich somit die passende Kulisse für ihre Selbstinszenierung zu verleihen. Ignoranz oder gar falsches Verständnis sind hier völlig fehl am Platz. Nazis können kein Dialogpartner sein. Kommt am 11.07.09 nach Gera und beteiligt euch an den Protestaktionen!

weitere Informationen unter http://kabelbruch.blogsport.de




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