Archiv für September 2009

Stadt Hohenstein-E. verhindert Denkmal für Opfer von rechter Gewalt

Pressemitteilung des Bündnis „Erinnern, nachdenken, handeln. Mit Courage gegen Rechts“ zur aktuellen Entwicklung:

Am zweiten Oktober jährt sich zum zehnten Male die Ermordung von Patrick T durch Nazis in Oberlungwitz. In Hohenstein-E. entwickelte sich damals der Konflikt, welcher zur Tötung führte. Ende August hatte sich ein Bündnis gegründet, welches sich zum Ziel gesetzt hat ein Denkmal zu errichten. Es sollte zur Erinnerung an Patrick und zur Mahnung daran dienen, dass solch eine Tat nie wieder geschehen darf. Der Vorschlag des Bündnis es in Hohenstein-E. zu errichten wurde von der Stadt abgelehnt.
Die persönliche Haltung des jetzigen Oberbürgermeisters E. Homilius, der schon vor zehn Jahren dieses Amt inne hatte, spielt bei der Verhinderung eine maßgebliche Rolle.
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Reba84 | 6.10. | 19:00 | Aktivbürger, Zivildienstleistende und stille Gesellschafter. Facetten „der“ Zivilgesellschaft in Deutschland

Der Begriff „Zivilgesellschaft“ ist so schillernd wie umstritten. Als eine Erklärung für den hegemonialen Erfolg von
Nazis wird häufig der Mangel zivilgesellschaftlicher Strukturen benannt; so genannte zivilgesellschaftliche Akteure beklagen wiederum, sie seien zu wenige und aus zahlreichen Antifazusammenhängen wird die Kritik laut: Die deutsche Zivilgesellschaft ist nationalistisch, rassistisch und beerbt ohnehin nur die Volksgemeinschaft der Nazis.
Ausgehend von den wichtigsten Theorien zur „Zivilgesellschaft“ stellt der Vortrag die Frage, ob hierzulande überhaupt von „einer“ Zivilgesellschaft gesprochen werden kann und wird ausgehend von einer Kritik der referierten Ansätze eine alternative Zustandsbeschreibung der gesellschaftlichen Verfasstheit und der Bedeutung des Nationalismus entwickeln.

Reba84 | 22.09. | 19:00 | „Wir sind ein Volk“ – Die Wende und der Aufbruch ins Nationale.

Vortrag von Vertretern des Leipziger Bündnisses gegen das deutsche Gedenkjahr 2009 und Mobilisierung zur bundesweiten Demonstration

Im Oktober findet in Leipzig eine Demonstration gegen die etablierten Wende-Feierlichkeiten statt. Wir haben deshalb die Leipziger Initiative gegen jeden Extremismusbegriff eingeladen, um über die Hauptkritikpunkte am ’89-Gedenken zu sprechen. Die Initiative bezieht Position gegen totalitarismustheoretische Geschichtsdarstellungen einerseits und DDR-Verklärungen andererseits. Aber auch eine Kritik am „Sieg des Kapitalismus“ und an der postnazistischen BRD in den 1990er Jahren soll nicht zu kurz kommen.

Schwarzenberg | 19.09 | 21:00 | Solikonzert für Opfer von Nazigewalt

Flyer
Zur unanbeatbar hier!
Wir bedanken uns bereits im Voraus für die Unterstützung!

Zwickau | 19.9. | 14:00 | „The Last Resort“ dichtmachen!

Aufruf des Aktionsbündnis gegen den Naziladen „The Last Resort“ in Zwickau.

In den letzten Wochen hat sich in Zwickau ein Aktionsbündnis gegen den Naziladen »The Last Resort« gegründet. Das Bündnis schloss sich zusammen, um mit unterschiedlichen Aktionen auf den Laden selbst, die Kleidermarke „Thor Steinar“ und neonazistische Alltagskultur allgemein, aufmerksam zu machen.
Das Ziel der Kampagne „Ladenschluss Jetzt!“ wird unterstützt durch eine Vielzahl von regionalen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen. (mehr…)

Still Not Lovin‘ Linke Selbstverständlichkeit

Kritische Anmerkungen zum Demo-Aufruf „Still Not Loving Germany“*

Die Fans der Bundesrepublik Deutschland feiern im Herbst 2009 den zwanzigsten Jahrestag der nationalen Vereinigung und veranstalten zu diesem Zweck zahlreiche öffentliche Feste. Auch in der Wendestadt Leipzig steigt die Party.

Das Leipziger Bündnis Still Not Loving Germany meint, dass dieses Ereignis alles andere als ein Grund zum feiern wäre und mobilisiert bundesweit zur Gegendemonstration. In Deutschland nämlich, so das Argument des Bündnisses gegen die Feierei, ist und war Rassismus an der Tagesordnung. Der Aufruf zur Gegendemo gibt sich dann auch alle Mühe, dieses Argument mit historischen und gegenwärtigen Fakten zum rassistischen Normalbetrieb in Deutschland zu belegen. (mehr…)

Leipzig | 10.10. | Still not lovin´ Germany

Aufruf zur Kampagne vom Arbeitskreis 2009

2009 ist ein Jahr deutscher Jubiläen. Im Zentrum der Feierlichkeiten stehen der sechzigste Jahrestag der BRD-Gründung sowie die sich nun zum zwanzigsten Mal jährende »Friedliche Revolution«. Für uns gibt es dabei nichts zu feiern. Und in Leipzig, dem selbsternannten Nabel der Wiedervereinigung erst recht nicht.
Durch die Beschwörung eines demokratischen und antidiktatorischen Aufstands im Jahr 1989 wird ein Mythos geschaffen, der dem nationalen Kollektiv einen positiven Bezug auf Deutschland ermöglichen soll. Die Zelebrierung einer quasi zweiten – aber diesmal durchweg positiv besetzten – Geburt der BRD geht mit der rhetorischen Gleichsetzung von DDR und Nationalsozialismus einher. Die Deutschen werden dadurch nicht nur zu bloßen Opfern »zweier Diktaturen« stilisiert, vielmehr gelingt es ihnen, sich von der Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus weiter zu lösen.
So wird im Jubiläumsjahr 2009 die Erzählung von einem geläuterten Deutschland, das die Lehren aus der Geschichte gezogen habe und nun als eine bessere Nation mit unbeschwertem Selbstbewusstsein auftreten kann, aufs Neue bekräftigt. In der vollzogenen Geschichtsklitterung gibt es selbstverständlich keinen Platz für widersprüchliche oder gar negative Aspekte, die dem konstruierten Selbstbild entgegen stehen. Im Rahmen der Wendefeierlichkeiten werden der brutale Anstieg von Antisemitismus und Rassismus nach der »Wiedervereinigung« und die bis heute existenten menschenverachtenden Einstellungen in der Bevölkerung konsequent verschwiegen. Auch wird kein Wort über den kapitalistischen Alltag und seine inhumane Verwertungslogik verloren. (mehr…)

Tietz | 22.09. | ab 18:00 | Blickwechsel: Rechte Gewalt aus Blick der Betroffenen

Seit anderthalb Jahren ist die Opferberatung im Bezirk Chemnitz aktiv. In dieser Zeit sind 19 rechte Angriffe bekannt geworden. 54 Personen wurden angegriffen aus menschenverachtenden Motiven. Seit 1990 sind 136 zu Tode gekommen durch rechte Gewalt. Die Wanderaustellung Blickwechsel möchte eine Perspektivwechsel hin zu den Opfern rechter Gewalt ermöglichen. Im Rahmen der Eröffnung wird es eine Lesung mit Noah Sow geben. Die Ausstellung findet vom 22.09. bis zum 30.10. im der Volkshochschule Chemnitz im TIETZ statt. Begleitend finden Workshops für Jugendliche und Fortbildungen für Lehrer_innen, Sozialpädagog_innen und Multiplikator_innen statt. (mehr…)

Erinnern, nachdenken, handeln. Mit Courage gegen Rechts.

Aufruf zur Demonstration am 03.10.2009 in Hohenstein-E. zum Gedenken an Patrick 02.02.1982-02.10.1999 und allen Opfern rechter Gewalt.
Zur Bündnisseite von „Erinnern, nachdenken, handeln. Mit Courage gegen Rechts.“

„Einige Jugendliche, die sich nicht der rechten Szene in Limbach anschließen wollen, werden seit über einem Jahr von rechts orientierten Jugendlichen bedroht und zum Teil auch körperlich verletzt“
Manuela Weis in Freie Presse / Chemnitz – 21.10.2008

„Opferberatung: Mehr rechtsextreme Angriffe
Verein registriert im Mai zunehmende Neonazi-Übergriffe zwischen Brand-Erbisdorf und Zwickau – Jugendlicher mit Eisenstange schwer verletzt“

Freie Presse / Freiberg – 19.6.2009

Immer wieder erscheinen solche oder ähnliche Meldungen täglich in den Zeitungen und zeigen die konkrete Ausprägung des menschenverachtenden Weltbildes von Nazis. Leider verblassen im Angesicht dieser täglichen Meldungen die Erinnerungen über Taten, die ganz in der Nähe passiert sind. So jährt sich am 2. Oktober diesen Jahres die Ermordung von Patrick in Oberlungwitz.
Wir möchten mit diesem Bündnis erreichen, dass die Erinnerung an ein Opfer von Nazigewalt nicht weiter in Vergessenheit gerät.

Doch was war im Oktober 1999 passiert? (mehr…)




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