Archiv für März 2010

Brandanschlag auf Gebäude am Roten Weg 43 in Freiberg

Pressemitteilung des soziokulturellen Vereins „Roter-Weg e.V.i.G.“:

In der Nacht vom 20. zum 21. März 2010 verübten bisher noch unbekannte Täter_innen einen Brandanschlag auf das Haus am Roten Weg 43 in Freiberg und stahlen zwei Büroschilder der Partei „DIE LINKE“. In dem Haus befinden sich unter anderem das Bürgerbüro der MdL Dr. Jana Pinka, das Büro der Fraktion „Die Linke“ im Landkreis Mittelsachsen, die Redaktion der Zeitschrift „FreibÄrger“ sowie die Räumlichkeiten des sich in Gründung befindenden soziokulturellen Vereins „Roter-Weg e.V.“. Bei dem Anschlag ist der komplette Eingangsbereich des Hauses ausgebrannt und es entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro.

Bereits vor zwei Wochen hatten Unbekannte die Scheiben im Eingangsbereich eingeworfen. Außerdem klebten schon mehrfach neonazistische Aufkleber an den Briefkästen, mit Aufschriften wie: „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Erst vor zwei Tagen hatten Nazis mehrere hundert Aufkleber des neonazistischen „Resiststore“ Versand in der Freiberger Innenstadt verklebt. Wir gehen daher von einem politisch motivierten Hintergrund aus und vermuten Neonazis als Täter_innen.

mehr Bilder im Indymedia Beitrag.

Ein zivilgesellschaftliches Schauspiel

Aus den Erfahrungen des letzten Jahren mit den immer größer werdenden Nazi-Aufmärschen sollte bereits im Herbst 2009 eine Lehre gezogen werden. Aus diesem Grund gab es die Idee einer Bündnisgründung speziell für den 5. März 2010. Beteiligt waren verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen, Parteien, Gewerkschaften und antifaschistische Gruppen. Schon im Vorfeld wurde angekündigt, eine Kundgebung vor dem Kinderheim in Bernsdorf anzumelden, um diesen Platz zu besetzten für etwaige Kundgebungen von Nazis. Wenig später wurde eine antifaschistische Demonstration angemeldet um einen möglichen Nazi-Aufmarsch durch die Innenstadt vor die Reitbahnstraße 84 zu verhindern. 2009 war dies geschehen. Trotz reichlicher Bedenken wurde die Route direkt vor das Wohn- und Kulturprojekt genehmigt und durchgeführt. Die ursprünglich geplante Antifa-Demonstration 2010 sollte am Hauptbahnhof starten. Am Karl-Marx-Monument sollte dann eine Zwischenkundgebung durchgeführt werden, um sich dann für den Abschluss vor der Reitbahnstraße 84 mit der angemeldeten Kundgebung zu vereinigen.
Wir als AAK haben uns dabei aktiv an den Bündnistreffen beteiligt und versuchten, eine Kritik am Gedenken und dessen geschichtsrevisonistischen Tendenzen zu formulieren. Es folgten mehrere Diskussionen zum Thema. Einige Personen aus diesem Kreis äußerten dabei höchst bedenkliche Positionen aufgrund der es dann auch zu zahlreichen Wortgefechten kam. Nach einiger Zeit wurde dann über eine Formulierung zum Aufruftext entschieden. Da wir mit den dortigen Formulierungen nicht mitgehen konnten, bestand für uns immer noch die Möglichkeit aus dem Bündnis auszuscheiden. Den endgültigen Ausschlag lieferte dann der Chemnitzer Friedenstag, der nun auch im Bündnis vertreten war. Im letzten Jahr übten wir bereits eine Kritik am Friedenstag und dessen fragwürdiger Gedenkpolitik1,2. Aus diesen Grund heraus entstanden gravierende inhaltliche Differenzen und wir sahen uns nicht im Stande, länger im Bündnis zu verbleiben. Dennoch versuchten wir die Kommunikation aufrecht zu erhalten, um Aktivitäten gegen den Nazi-Aufmarsch an diesen Tag zu unterstützen. (mehr…)

Aktualiserte Karte

Die aktualisierte Karte mit alle Routen.

Letzte Informationen

Eine Lagekarte mit den wichtigsten Informationen zur Demonstration ist hier zu finden.

Wichtige Anmeldungen für den Tag sind:
- Reitbahnstrasse 84 von 10:00 bis 20:00 (bietet die Möglichkeit zum Ausruhen, Essen und Trinken)
- Rote Hochschulgruppe im Marie-Luise-Pleißner Park ab 12:00
- Theaterplatz ab 16:00 vom Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz – Kein Platz für Nazis

An diesem Tag ist das Infotelefon zu erreichen unter 01578/19 19 159 und der Ermittlungsausschuß unter 0163/26 92 322 .

„Es war eine Symphonie“

Demonstration um 16:00 am Chemnitzer Hauptbahnhof gegen jeden Geschichtsrevisionismus. Naziaufmarsch soll um 17:00 ebenfalls am Bahnhof starten. Eine Auseinandersetzung in der Gesellschaft über die Umstände, die zur Verklärung von deutschen Täter_innen zu „deutschen Opfern“ führt, muss stattfinden. (mehr…)

Aktueller Stand (1. März)

Nach dem aktuellen Informationsstand soll sich der Naziaufmarsch ab 17:00 am Hauptbahnhof sammeln und um 18:00 los laufen. Ab 16:00 beginnt die Antifaschistische Demonstration unter dem Aufruf „Das Tränenmeer trocken legen – Wider den Chemnitzer Totenkult!“

An diesen Tag wird der Ermittlungsausschuss unter 0163/26 92 322 und das Infotelefon unter 01578/19 19 159 zu erreichen sein. Des Weiteren können aktuelle Informationen am fünften März unter Twitter abgerufen werden.

Es sind neben der Demonstration noch andere Stellen in der Stadt angemeldet. Von 10:00 bis 20:00 findet an der Reitbahnstrasse 84 eine Kundgebung statt und es besteht die Möglichkeit in Ruhe ein Süppchen zu mampfen oder einen Tee zu schlürfen. Eine Lagekarte mit weiteren Anmeldungen z.B. vom „Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz – Kein Platz für Nazis“ gibt es in Kürze.




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