Archiv der Kategorie 'Presse'

Hintergründe zur Antifaschistischen Demonstration am 5. März

Am nächsten Samstag, dem 5. März wird unter dem Motto „Damit’s mal richtig sitzt“ in Chemnitz eine antifaschistische Demonstration stattfinden. Beginnen wird die Demonstration um 11 Uhr beim Alternativen Jugendzentrum Chemnitz und wird in die Innenstadt laufen. Die Demonstration ist ein Protest gegen den geplanten Aufmarsch von Neonazis in der drittgrößten sächsischen Stadt.

„Schon im Jahr 2010 wurde die Prophezeiung der Antifa wahr, dass der Trauermarsch zum 5. März der größte Naziaufmarsch seit 1945 werden würde. Diese Warnung kann wieder ausgesprochen werden“, so Ulli Katlewski vom Vorbereitungskreis der Demonstration. Das städtische Verbot der Nazidemonstration wird von ihren Anmeldern juristisch angefochten, ein gerichtlicher Erfolg der Nazis ist wahrscheinlich. Chemnitzer Besonderheit ist, dass sich das offizielle Verbot nicht zu Anwachsen des zivilgesellschaftlichen Protests transformiert, sondern als politische Willensbekundung der Verwaltung vollzogen wird. Es ist deshalb zu befürchten, dass ohne tiefgreifendere antifaschistische Interventionen ein weiterer Erfolg der Nazis bevorsteht.

Wie konnte sich das sogenannte Bombardierungsgedenken am 5. März zu einem solchen Erfolgsevent für Nazis entwickeln? (mehr…)

Presseinformation zur Demonstration am 5. März am AJZ Chemnitz

Am nächsten Samstag, dem 5. März wird unter dem Motto „Damit’s mal richtig sitzt“ in Chemnitz eine antifaschistische Demonstration stattfinden. Beginnen wird die Demonstration um 11 Uhr beim Alternativen Jugendzentrum Chemnitz auf der Chemnitztalstrasse 54. Die Demonstration wird dann über die Chemnitztalstraße, die Straße der Nationen, über den Bahnhof, Bahnhofstraße, Innenstadtring bis zur Brückenstraße und dem Marx Monument verlaufen. Die Demonstration ist ein Protest gegen den, an diesem Tag geplanten, Aufmarsch von Neonazis in der drittgrößten sächsischen Stadt. „Nazis wird aus unserer Sicht in Chemnitz nicht nur am 5. März ein fruchtbarer Boden bereitet“, so Ulli Katlewski vom Vorbereitungskreis der Demonstration. „Mit einem im Aufbau befindlichen NPD-Schulungszentrum, einer Anzahl an bundesweit relevanten Naziläden, festen Treffpunkten der Kameradschaftsszene, neurechten Zeitschriftenverlagen und einer im Fußball verankerten rechten Fankultur ist Chemnitz trotz mancher nicht unbeachtlicher Versuche der bürgerlichen Politik, das Problem anzugehen, nach wie vor ein fester infrastruktureller Punkt für die Neonaziszene.“
Die Demonstration richtet sich neben diesen Strukturbedingungen an diesem Tag auch konkret  gegen die Verdrehung der Geschichte des Nationalsozialismus, wie sie regelmäßig bei Gedenken an die Bombardierungen deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg vollzogen wird. In der Darstellung der deutschen Bevölkerung als unschuldige Opfer wird die Verantwortung der deutschen Gesellschaft und die Schuld deutscher Täter für den Zweiten Weltkrieg und die Massenmorde an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Lesben und Schwulen, Linken und behinderten Menschen verdrängt und relativiert. Die Rollen von Tätern/-innen und Opfern werden vertauscht. Gleichzeitig zielt die Demonstration auf die Kritik eines sich mehr und mehr gesellschaftlich verbreitenden Gedenkens, das die Verbrechen des Nationalsozialismus für bewältigt erklärt und diese vermeintlich erfolgreiche Bewältigung für die Neudefinition deutscher Macht und Rechtfertigung nationalistischer Politik im Inneren und Äußeren benutzt. Die Veranstalter_innen der Demonstration rufen zur regen Teilnahme an ihrer Veranstaltung auf.

Nur eine weitere Stadt auf dem Weg zur Befreiung

Dresden bereitet sich auf die großen Gedenkevents zum Jahrestag der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg vor. Es wird um das „unschuldige Dresden“ geweint und noch ein weiteres Denkmal für die unzähligen angeblichen deutschen Opfer gefordert. Dresden sollte seinen tatsächlichen Platz in der Geschichte wieder einnahmen: Eine leicht zerstörte Stadt im Nationalsozialismus unter vielen, die auf dem Weg zur Befreiung bombardiert wurde.

Und wieder steht ein 13. Februar in Dresden vor der Tür. Und wieder werden unzählige Tränen vergossen um die „unschuldige Stadt“ und die zahlreichen „Deutschen Opfer“ – oder kurz: Geschichtsrevisionismus.
Dresden wurde im Zweiten Weltkrieg im Vergleich zu anderen deutschen Städten leicht zerstört und inszeniert jedes Jahr zahlreiche Trauerveranstaltungen. Statt sich mit der vorbildlichen Rolle der Stadt im Nationalsozialismus zu befassen, werden Veranstaltungen, wie der „Täterweg“, aus versammlungsrechtlichen Gründen eingeschränkt.
Glücklich wird sich dabei die versammelte Trauergemeinschaft schätzen, dass im Vergleich zum letzten Jahr weniger Nazis in der Stadt sind. Ein bitterer Beigeschmack könnte sich breit machen im Augenblick der Selbsterkenntnis, dass das Gedenken im Kern das gleiche ist, wie bei den Nazis.
Wie universell der Opfer-Mythos geworden ist, zeigen auch andere Städte. So erscheint das Motto der bevorstehenden Nazi-Demonstration am 5. März in Chemnitz „Würdiges Gedenken statt Relativierung“, als würde es direkt aus der Feder der bürgerlichen Geschichtsrevisionist_innen stammen.

Der 13. Februar sollte auf seine historische Bedeutung zurück gestutzt werden und dies würde beuten keine kollektiven Trauerveranstaltungen, keine Trauergemeinschaft vor der Frauenkirche und die Streichung aus dem kollektiven Trauerkalender.

Alle Jahre wieder: Kommt es zu erneuten Nazi-Übergriffen auf dem Stadtfest?

Normalzustand in Chemnitz: Wie am heutigen Samstag, d. 28.08.10 zu beobachten war, betrieb die Chemnitzer NPD mit tatkräftiger Unterstützung bekannter Mitglieder rechtsgerichteter CFC-Gruppierungen einen Infostand. Kommt es wie im letzten Jahr wieder zu einem Übergriff?

Heute wirbt die Chemnitzer Parteivorsitzende der NPD Katrin Köhler für die menschenverachtenden Ziele ihrer Partei. In der Nähe tummeln sich bekannte Persönlichkeiten aus den rechtsgerichteten Fangruppierungen des CFC (z.B. NS-Boys), die auch bei Demonstrationen der Freien Kräfte des Öfteren zu sehen sind, sowie Maik Scheffler, eine Führungspersönlichkeit der Freien Kräfte. Desweiteren unterstützen mehrere sächsische NPD-Kader den Stand, sodass der zugehörige Personenkreis auf ca. 15 bis 20 Personen beziffert werden kann.

Im letzten Jahr kam es nach dem Abbau des NPD-Infostandes zu einem Übergriff auf 30 bis 40 Jugendliche. Nach Aussagen der Opfer handelte es sich damals bei den Angreifern ebenfalls um eine Gruppe von Fussball-Fans, die rechtsgerichteten CFC-Fangruppierungen zuzuordnen sind.1 Dieser Vorfall entfachte u.a. eine größere Diskussion über den Einsatz der Haller-Security auf dem Fest[2]2. Vom Gründer der Haller-Security ist bekannt, dass er gute Beziehungen zu Nazikreisen unterhält. Die Kritik kommt nicht von ungefähr – die Gründung der neonazistischen Hooligan-Gruppe „HooNaRa“ (Hooligans – Nazis – Rassisten) geht ebenfalls auf ihn zurück, wie er 2007 in einem Interview bestätigte.3

2009 schritt bei den Angriffen niemand von der Security ein. In diesem Jahr passt Thomas Haller persönlich auf den NPD-Stand auf, wobei er von den Veranstaltern des Festes engagiert wurde. Unter den Augen seiner Mitarbeiter passiert es, dass im gesamten Innenstadtgebiet Kleingruppen von Neonazis unterwegs sind, die bereits den Stand der Partei Die LINKE abfilmten und einen Helfer verfolgten. Die Voraussetzungen für einen friedlichen Abend auch für Menschen, die nicht ins Weltbild der Neonazis passen, stehen anhand der Erfahrungen aus den vergangenen Jahren und des steigenden Alkoholspiegels schlecht.

  1. http://raa-sachsen.de/index.php?view=article&id=876&format=pdf&Itemid=3&option=com_content [zurück]
  2. http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=3790:gewaltt%C3%A4tige-%C3%BCbergriffe-auf-dem-chemnitzer-stadtfest-bringen-security-firma-und-fu%C3%9Fball-fanszene-in-die-diskussion&Itemid=618 [zurück]
  3. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,465887,00.html [zurück]

„Es war eine Symphonie“

Demonstration um 16:00 am Chemnitzer Hauptbahnhof gegen jeden Geschichtsrevisionismus. Naziaufmarsch soll um 17:00 ebenfalls am Bahnhof starten. Eine Auseinandersetzung in der Gesellschaft über die Umstände, die zur Verklärung von deutschen Täter_innen zu „deutschen Opfern“ führt, muss stattfinden. (mehr…)

5. März: Demonstration gegen jeden Geschistsrevisionismus

Das Verbot der am 05. März in Chemnitz geplanten Nazi-Demonstration hatte vor Gericht keinen Bestand. Antifaschistische Demonstration am Hauptbahnhof findet 16 Uhr statt und richtet sich nicht nur gegen Nazis, sondern gegen jede Art von Geschichtsrevisionismus. (mehr…)

Die (un-)gewollte Nähe

Am kommenden Samstag erwartet Dresden den größten Naziaufmarsch Europas. Zahlreiche Bündnisse mobilisieren zu Gegenaktionen. Weder Menschenketten noch groß angelegte Mobilisierungen werden das Problem mit der Relativierung der Geschichte lösen können. Eine grundlegende Kritik am bürgerlichen Gedenken muss geübt werden. (mehr…)

AJZ bleibt!

Eine neuer Tiefpunkt in der Landschaft von Chemnitz kündigt sich an: Nach dem schon seit langer Zeit neue vielversprechende Anlaufpunkte einer emanzipierten Jugendkultur durch Teile der (teilweise überalterten) Bevölkerung von Chemnitz angegriffen wurde – zum Teil mit den absurdesten Begründungen –, möchte die Verwaltung des Jugendamts jetzt einen großen Teil der finanziellen Unterstützung für Jugendarbeit im AJZ Chemnitz kürzen. Dies würde das Aus für das AJZ bedeuten. Dies ist für uns nicht hinnehmbar!

Dazu die Pressemitteilung des AJZ Chemnitz e.V. (mehr…)

Stellungnahme zu den Angriffen in der Nacht zum 03.10.09 in Limbach-O.

Presseerklärung der „Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung,Limbach-Oberfrohna e.V.“ und der Antifaschistischen Aktion Chemnitz/AAK zu den Angriffen in der Nacht zum 03.10.:

In der Nacht zum 03. Oktober kam es zum wiederholten Male zu Angriffen auf Mitglieder der „Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.“ und deren Vereinsheim in Limbach-Oberfrohna. (mehr…)

Herbeihalluzinierte Spaltung

Gegendarstellung der Antifaschistischen Aktion Chemnitz / AAK:

Eine gezielte Fehlinformation der Spaltung der Antifaschistischen Aktion Chemnitz / AAK erweist sich als von Nazis gemacht. Auf dem Blog der angeblich abgespalteten Gruppe AAC naziklatschen.blogsport.de wurde zur Zerstörung von Wahlplakten während des Stay Rebel Festivals aufgerufen und über angebliche „FDP/CDU Nazis“ berichtet. Wir distanzieren uns von diesen Aufrufen und diesen Darstellungen. Die Diffamierungskampagnen gegen Gruppen, die sich öffentlich gegen menschenverachtende Ideologien richten, muss Einhalt geboten werden. (mehr…)




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: